FEUCHT. „Das war die DM der Extreme.“ Anja Stenke vom 1. Bogen-Sport-Club (BSC) bringt die nationalen Titelkämpfe in Feucht bei Nürnberg auf den Punkt.
Extrem war die Deutsche Meisterschaft wegen des Wetters. Während die 31-Jährige beim Wettkampf 35 Grad im Schatten aushalten musste, musste Teamkollege Jan Müller tags darauf bei kühlen 12 Grad und Dauerregen ran.
Anja Stenke, die sich nach einer berufsbedingten sechsjährigen Sportpause wieder an Wettbewerbe herantastet, zog eine zufrieden stellende Bilanz. Die Schützin kam zwölf Jahre nach ihrer letzten nationalen Meisterschaft gut in Tritt. 294 Ringe verbuchte die Recklinghäuserin nach dem ersten Durchgang der Qualifikationsrunde. „Damit bin ich sehr zufrieden“, sagt Anja Stenke. Das könne sie zurecht sein, ergänzt BSC-Trainer Benno Hoffmann: „Das ist ein neuer Vereinsrekord.“
Im zweiten Durchgang sollte es wegen der zunehmenden Hitze „nur“ noch zu 257 Ringen reichen. Unter dem Strich standen für Anja Stenke nach der Qualifikationsrunde 551 Ringe. Die 31-Jährige hatte damit nicht nur punktgenau das Ergebnis der Landesmeisterschaft bestätigt. Auch ihr Ziel, sich unter den besten 32 einzureihen, erreichte sie.
Als 27. qualifizierte sich Anja Stenke für die K.o.-Runde. Pech: Nach dem ersten Durchgang hatte die BSC-Schützin noch auf dem zwölften Rang gelegen – und wäre damit den Bestplatzierten aus dem Weg gegangen.
Stattdessen traf die Recklinghäuserin auf Cornelia Griem, Silbermedaillengewinnerin bei den Olympischen Spielen 1996 von Atlanta. Anja Stenke hatte einen schweren Stand und zog im Duell mit der Berlinerin mit 0:6 (14:26, 20:29, 17:22) den Kürzeren. Auch, weil das Material unter den äußeren Bedingungen litt. Deutsche Meisterin wurde Veronika Haidn-Tschalova (FSG Tacherting).
„Nach der DM ist vor der DM“, sagt Anja Stenke und will in der nahenden Wintersaison intensiv trainieren. Bis zum nächsten nationalen Titelkampf möchte die Recklinghäuserin nicht wieder eine lange Pause einlegen.
Nach dem großen Temperatursturz musste 24 Stunden später BSC-Vereinskamerad Jan Müller ran. Der Jugendliche zeigte trotz der widrigen Bedingungen mit heftigem Regen gute Leistungen. 280 und 287 Ringe erreichte der Recklinghäuser in der Qualifikationsrunde. „Ein zufrieden stellendes Ergebnis“, sagt Trainer Benno Hoffmann. „Er ist aber unter seinen Möglichkeiten geblieben.“ Unter 73 Startern landete Müller auf dem 53. Platz und verpasste damit die Finalrunde. „Schade, denn dort werden die Karten neu gemischt“, weiß Hoffmann. Sein Schützling hätte die Chance auf einen großen Sprung nach vorn gehabt.
Layout: Anja Stenke (2006)
Grafiken: Rüdiger Stenke (2006)
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